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Integrationsprojekt: Wir integrieren durchs Addieren.

Wir sind die Klasse 5d mit 6 Mädchen und 19 Jungen und gehören somit zu den Kleinen an unserem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium. Wir lernen uns selbst erst seit wenigen Monaten kennen und wachsen gerade zu einer tollen Klassengemeinschaft zusammen. Dass unter uns gar nicht wenige einen Migrationshintergrund haben, war uns bisher gar nicht bewusst. Ganz ehrlich – bevor Herr Jäger uns die Durchführung dieses Projekts vorgeschlagen hat, wussten wir gar nicht, was das Wort „Migrationshintergrund“ bedeutet.

Mittlerweile wissen wir das aber sehr genau und nehmen sogar am aktuell laufenden Wettbewerb „Alle Kids sind Vips“ der Bertelsmann-Stiftung teil. Natürlich freuen wir uns über jede Stimme, die wir für unser Projekt beim online-voting erhalten. Also bitte einfach mal auf www.allekidssindvips.de unser Projekt suchen und für uns abstimmen.


Unser Projekt fanden wir von Anfang an voll cool, vor allem, weil es genau das betrifft, womit wir uns selbst gerade auseinandersetzen: die schriftlichen Rechenverfahren beim Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren. Zu Beginn des Ganzen hat unser Lehrer uns den englischen Song „New Math“ von Tom Lehrer aus den USA auf youtube.de gezeigt. Das war echt lustig, denn da ging es um zwei unterschiedliche Methoden, zu subtrahieren, die gegenseitig durch den Kakao gezogen wurden. Und so war die Idee geboren:


Im Mathematikunterricht interviewen wir einfach Eltern und Verwandte sowie deren Bekannte und Arbeitskollegen. Sie alle zeigen uns anhand von vier Aufgaben, wie sie die jeweiligen schriftlichen Verfahren in ihrer Schulzeit kennen gelernt haben. Dabei geht es um 80945+9236, 70837-23918, 483·26 und 356022:57.


Bisher hatten wir bereits neun Gäste. Das war echt interessant und aufregend. Sie alle leben und arbeiten in Deutschland und stammen aus fremden Ländern und Kulturen: Afghanistan, Russland, Südafrika, China, Kasachstan, Kamerun, Litauen, Frankreich und Türkei.

Die verschiedenen Darstellungsformen der Rechenmethoden, zeigen teilweise echt spannende Unterschiede auf. Die Ergebnisse sind aber bei allen gleich – zum Glück!


Mindestens genauso interessant wie die Rechenaufgaben ist das, was uns unsere Gäste sonst noch so erzählen, denn wir dürfen und sollen vor und nach dem Rechnen viele Fragen stellen. Wir erfahren so einiges über die jeweiligen Geburtsländer, die Sprache, die Schrift, die Lebensgeschichten der Gäste und über ihr Leben und Arbeiten hier in Deutschland. Viele von uns Schülern sprechen nun selbst ganz frei, offen und ein wenig stolz von ihren eigenen Wurzeln, davon welche Sprache bei Ihnen zu Hause gesprochen wird, was sie gerne essen und wie ihr Lieblingsverein in der Süper Lig heißt.


Die Durchführung des Projektes ist echt nicht schwierig, denn die Gäste kommen schließlich ganz einfach zu uns in den regulären Unterricht. Und irgendjemand kennt immer irgendeinen, der sich bereit erklärt, teilzunehmen. Man muss die Menschen einfach ansprechen – und wenn einem die Eltern ein wenig dabei helfen, ist es schon gar kein Problem mehr. Unser Mathematiklehrer, Herr Jäger, hat allerdings schon ein wenig Zeit aufbringen müssen für die Organisation und so, aber wir glauben, dass er das in Wahrheit ganz gerne macht. Vor allem wollte er, dass wir (und unsere Eltern) auch nachmittags und am Wochenende über „moodle“ miteinander in Kontakt treten und Termine, Informationen sowie Bild- und Videodateien von den Auftritten unserer Gäste weitergeben. Die Anmeldung mit all den Passwörtern war schon eine Herausforderung, aber inzwischen sind wir alle drin und sind voll begeistert. Das ist echt praktisch, vor allem für kurzfristige Terminänderungen. Einmal schrieb er uns eine Nachricht, worin es unter anderem hieß:

„...aus Südafrika, China, Indien, Türkei, Russland, Polen, Rumänien, Kasachstan, Ukraine, USA, Brasilien, aus aller Herren Länder...aus Hamburg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, aus Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern,...von Männern und Frauen, von Alten und Jungen, von Mädchen und Buben...von Professoren und Handwerkern, von Studenten und Grundschülern, von Gesunden und Kranken, von Menschen ohne und Menschen mit Behinderung, ...Jeder, der mit dabei sein möchte, kann und soll das tun.“


Ein (nicht mathematisches) Ergebnis für uns ist jetzt schon klar: Unser Respekt gegenüber all denen, die bei uns waren, gegenüber deren Kultur und deren Sprache, aber auch der Respekt gegenüber allen einzelnen Schülerinnen und Schülern aus unserer Klasse ist deutlich gestiegen. Und das war gar nicht schwer, wir sind uns einfach nur begegnet und miteinander ins Gespräch gekommen.





Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d

 
 

Wichtige Infos

Bild der Woche

Während des Abiturs vom 11.05.2012 - 22.06.2012 finden keine Elternsprechstunden statt.

Wichtige Informationen zu der besonderen Prüfung für Schüler/innen der 10. Klasse des Gymnasiums finden sie im Bereich Downloads

Informationen zum Offenen Ohr finden Sie hier.


Termine

Montag, der 21.05.2012
Kolloquium (Q12)

1. Prüfungswoche

Montag, der 21.05.2012
Probeunterricht


Freitag, der 25.05.2012
Letzter Schultag vor den Pfingstferien

Unterrichtsende: 13:00 Uhr

Montag, der 11.06.2012
Kolloquium (Q12)

2. Prüfungswoche

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