Bericht über das 11. Percussion Gemeinschaftskonzert am 31.3.2022

„Das erste Schulkonzert in der Aula des Gymnasiums seit 2 Jahren“ - mit diesen Worten begrüßte der stellvertretende Schulleiter Herr StD Rascher die Besucher in der Aula des Alexander - von - Humboldt Gymnasiums. Nach der musikalischen Eröffnung durch das Percussionensemble der Berufsfachschule für Musik Kronach unter der Leitung von Herrn Günther Peppel mit dem imposanten Klassiker „Der Säbeltanz“ von A. Katchaturian. Wie Herr Rascher weiter ausführte, feierten die Percussionensembles der Kronacher Schule und des Alexander - von - Humboldt Gymnasiums 2019 ihr 10-jähriges Jubiläum. Seitdem konnten keine Veranstaltungen mehr durch-geführt werden. Umso mehr freue man sich, dass so viele Gäste zum Konzert gekommen seien, das im Vorfeld bereits nach den geltenden Hygienevorschriften durchgeführt wurde. Nur 2x geimpfte oder geboosterte Personen mit aktuellem negativem Tagestest und Voranmeldung hatten nach der Kontrolle am Eingang Zutritt. Die Stühle waren im Vorfeld nach Eingang der Anmeldungen im Abstand gestellt worden, so dass Familien zusammensaßen und Einzelpersonen im nötigen Abstand dazu Platz nehmen konnten.

Die Schülerinnen und Schüler der Percussiongruppe des Gymnasiums ließen sich nach der Begrüßung mit „Caribic Boom“, einer Klangröhrenkomposition von K. Gramß hören. Virtuos begleitet von Lars Schulz am Drumset und Jakob Weid am Klavier erklangen südamerikanische Melodien und exakt gespielte Rhythmen. „Pole Position“, ein Trommelsextett von E.Kopetzki ließ die Vielfalt der klanglichen Möglichkeiten der Snaredrum oder Konzerttrommel hören. Sie wurden gekonnt dargeboten von Schülern und Lehrer der Berufsfachschule aus Kronach. Maximilian Scholl, einerseits Schüler des AvH und auch der Musikschule Schweinfurt zeigte sein Können mit dem Set-Up Stück „Engine Room“ von J. Campell. Die verschiedenen Instrumentalklänge erinnerten an Geräusche und Rhythmen von Maschinen einer Fabrik. In rhythmisch hochkomplexen Unisonopassagen von Marimba und Vibraphon brillierten Kilian Piontek und Günther Peppel bei „Losa“ von E. Sejournee. Doch nicht nur Virtuosität spielt in diesem Stück eine Rolle, auch pulsierende Melodik wird zwischen den Instrumenten hin und hergereicht. Die 24 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 des Gymnasiums zeigten bei „Tournaround“ oder „Karussell“ mit Einmalglocken ihr Rhythmusgefühl. Farbige kleine Glocken, die durch einen besonderen Federmechanismus einen einzigen Ton erzeugen, bilden die klangliche Basis für Rhythmuspatterns, die sich zu einem dichten melodisch - harmonischen Geflecht verweben. Unterbrochen von „Breaks“, also einer neuen Struktur für 2 Takte bildet dieses Stück das klangliches Abbild eines Karussells nach. Alle, die im Schlagzeug die wahre Offenbarung von Percussionmusik sehen, bekamen beim „Rock Duo“ von M. Houlif Rhythmen zur Genüge geboten. Abwechselnd trommelten und begleiteten sich Jakob Kämmerer und Jannis Bock von der BFS Kronach. Doch auch für die Malletliebhaber waren Klassiker dabei: „Blues for Gilbert“, ein bekanntes virtuoses und sanftes Vibraphonstück im Bluesidiom wurde von Johannes Kaul gefühlvoll und mitreißend vorgetragen. 

EIn Schlagzeugensemble der Musikschule Schweinfurt mit Peer Wilhelm, Maximilian Scholl und Calvin Kingdom - Morris unter der Leitung von S. Carr - Emmerich faszinierten mit dem Stück „Zentriol“ von Nils Rower - für drei Mallets und weitere Set-Up Instrumente. Abwechslungsreiche Rhythmusgewebe und ungewöhnliche Zusammenklänge mit vorantreibenden Rhythmen begeisterten die Zuhörer.

Um dem Publikum etwas Abwechslung zu verschaffen und sie in die vielen bereits gehörten Rhyth-men miteinzubeziehen, war Lajos Betzer, Musiklehrer am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Ansbach, Sohn von Thomas Betzer und Initiator der Gemeinschaftskonzerte am AvH gekommen. Er versetzte die stehenden Zuhörerinnen und Zuhörer in schwingende Bewegungen, die zu einem Musikstück mit Körperinstrumenten gespielt wurden. Entspannt und erholt konnten die Besucher das Sitzen beim zweiten Teil des Konzertes besser durchhalten.

„Rain dance“, einem Indianerritual nachempfundene Musik für Marimba, wurde einfühlsam von Kilian Piontek präsentiert. Ruhige melodiöse Passagen wechseln mit bewegter Tanzrhythmik, beides gekonnt interpretiert von Herrn Piontek. In den wilden Westen versetzt glaubte man sich bei „Four Horsemen“ von Mitch Markovitch, Die drei Snares und das TomTom konnten nicht besser das Galoppieren von Pferden und die wilde schelle Bewegung hörbar machen. Große Exaktheit und dynamische Spannung wurden durch die vier Spieler aus Kronach trefflich vermittelt. Eine kurze heitere Einlage gaben die Percussionisten des AvH Gymnasiums mit „Ole“ von M.J Junker. Ein Blatt Papier wird nach allen Möglichkeiten einen Rhythmus wiederzugeben „abgeklopft“, d.h. es wird geschlagen, gefaltet, geschnipst, gezogen, zerrissen und schließlich rhythmisch zerknüllt. Vor dem letzten Stück gab es noch einen Klassiker: „Erinnerungen an Zirkus Renz“ für Xylophon und Begleitung zeigt in unnachahmlicher Weise, was Schnelligkeit beim Spielen von Mallets bewirkt: die Begeisterung des Publikums und langanhaltenden Applaus, in diesem Fall für Kilian Piontek.

Zum letzten Stück, dem Titel „Tico Tico“ von Zequinha Abreu“, versammelten sich alle Schüler beider Schulen auf und um die Bühne und spielten unter der Leitung von Günther Peppel diesen südamerikanischen Klassiker schließlich auch mit klatschendem Publikum. Langanhaltender Applaus der Besucher belohnte die Ausführenden für Ihre Leistungen. Dank und Präsente gab es für die Leiter der Ensembles vom stellvertretenden Schulleiter Herrn Rascher. Begeisterte Besucher und zufriedene Spieler verabschiedeten sich nach einem 90-minütigen abwechslungs-reichen und gelungenen Programm.

T. Betzer

verfasst von J.Staab am 8. April 2022 - 8:24