Schokolade, Capoeira und FairTrade – spannende Workshops am AvH
Im November 2025 durften wir an unserer Schule zwei tolle Gäste mit spannenden Workshops begrüßen.
Die in Brasilien lebende Bianca Kühnert und ihre 17-jährige Begleitung Caique Coutinho, kamen mit tollen Materialien und einer Menge Wissen, um mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5G, 6G und Frau Herbsts Sportgruppe 6DEG sowie Schülerinnen der Umwelt AG über „Kolonialzeit und Capoeira“ sowie über „Regenwald, Kakao und FairTrade“ zu sprechen.
Das Projekt „Saúva“ nahm unsere Schülerinnen und Schüler mit auf eine spannende Reise in den Atlantischen Regenwald Brasiliens.
Dabei lernten sie in einem Workshop unter anderem etwas über die Geschichte von Capoeira, das im Widerstand versklavter Afrikaner/-innen in Brasilien entstand, und wie sich diese Geschichte auch heute noch zeigt. Im Zuge dessen probierten die Kinder in einem praktischen Teil Capoeira-Bewegungen, Musik und die dazugehörigen Instrumente aus.
In einem zweiten Workshop ging es um den Anbau und die Verarbeitung von Kakao, die Zerstörung des Regenwaldes und soziale Ungerechtigkeit. Bianca Kühnert und Caique besprachen mit den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von FairTrade (= gerechter Handel) und brachten eine Kakaoschote mit, die in der Klasse geöffnet und probiert wurde.
Die folgenden Berichte sind von Schülerinnen der Klasse 6G verfasst (auch als Audiodatei über den folgenden Link abrufbar):
Schülerbericht 6g (Suvi)
Schülerbericht 6g (Nejat und Raisa)
Workshop „Regenwald, Schokolade und FairTrade“
Vor kurzem hatten wir das Glück, mit einer besonderen Frau ein wichtiges Thema zu besprechen: Bianca Kühnert
Wir haben über das Thema Kakao und FairTrade-Schokolade geredet. Sie hat uns viel über ihre eigene Geschichte erzählt und mich persönlich sehr stark inspiriert. Sie lebt seit acht Jahren mit ihrem Mann im Atlantischen Regenwald und hat dort eine Schule gebaut. Sie reist von Land zu Land und erzählt Kindern von der brasilianischen Kultur. Sie hat uns viel über die Schokolade gelehrt. Zum Beispiel wie sie hergestellt wird oder woher sie kommt. Am Anfang hat sie uns Kakaobohnen als Bildkarten gegeben und wir sollten sie auf der Weltkarte je nach Frage den Kontinenten zuordnen. Es hat Spaß gemacht und dabei haben wir echt viel gelernt. Ich wusste nicht, dass die meisten Kakaobohnen aus Afrika stammen. Wir haben auch viel über den Begriff „FairTrade“ geredet und erfahren, was genau hinter diesem Wort steckt. Bianca hat uns auch viele weitere Fakten genannt. Zum Beispiel, dass die gesündeste Schokolade die Zartbitterschokolade ist. Wenn man weiteres Interesse hat, kann man mehr über ihre Website (https://www.fazenda-sauva.com/de) erfahren.
Und nun kommen wir zum spannendsten Teil: Wir hatten die Chance eine echte Kakaobohne zu essen. Es gab sehr viele Bohnen in einer Kakaoschote. Jede Bohne wurde mit einer hellen, schleimigen Schicht (= Fruchtfleisch) bedeckt, die eher säuerlich schmeckte. Im Inneren war ein bitterer, brauner Samen.
Am Ende durften wir noch ein Video über Biancas „Fazenda Sauva“ in Brasilien anschauen.
Diese ganze Aktion hat uns echt inspiriert und viel gelehrt. Zum Beispiel, dass wir zufrieden sein sollten mit der Schokolade, die wir haben, weil in jeder Schokolade echt viel Arbeit steckt.
(Suvi Muddam, 6G)
„Capoeira“ – das hört sich erst einmal seltsam an. Was ist Capoeira denn eigentlich?
Capoeira ist eine Mischung aus Kampf und Tanz, welche die Versklavten früher in Brasilien genutzt haben, um sich gegen den Meister aufzulehnen. Es ist auf den brasilianischen Plantagen entstanden, indem Sklaven das Kämpfen für den Widerstand gegen ihre Herren übten. Der Kampf wurde durch rhythmische Musik begleitet. Kamen Aufseher an den Sklaven vorbei, wechselten sie sofort die Musik und auch vom Kampf in den Tanz.
Es gibt drei Techniken: eine zum Schutz, eine für die Verteidigung und eine für den Kampf. Sowohl in Karate als auch in Capoeira gibt es Gürtel. Je nach Gruppen in Brasilien hat man verschiedene Farben: weiß, rot oder blau.
Natürlich gibt es auch Musik während des Kampfes. „Berimbau“ ist ein Musikinstrument das den Rhythmus für den Kampf bestimmt. Je schneller der Rhythmus, desto brutaler ist der Kampf (Jedoch sollte man nicht übertreiben!). Das sogenannte „Herz“ von Capoeira ist die „Atabaque“ (Trommel). Sie bringt Energie in den Körper hinein.
Der Kampfsport ist wichtig, damit man friedlich miteinander umgeht und Freundschaften aufbaut. Am Ende wird nämlich Samba getanzt, wobei zwei in der Mitte der Capoeira-Gruppe tanzen.
Die Sklaven durften damals unter Aufsicht mitfeiern. Viele Sklaven versuchten, aus der Gefangenschaft zu fliehen. Manche haben es tatsächlich geschafft zu entkommen, es wurden aber auch viele gefunden und diese haben sich mit Ginga (gesprochen: Dschin-ga) – einer Verteidigungstechnik – verteidigt. Die Wächter waren dann verwirrt, woher sie das plötzlich konnten.
Der gefährlichste Tritt in Capoeira heißt „Meia Lua de Compasso“. Man tritt mit einer Doppeldrehung ins Gesicht, was im Extremfall auch zum Tod führen kann.
Früher wurde so lange gespielt, bis der Gegner am Boden lag, aber jetzt ist es anders: Man spielt so lange weiter, bis eine/r von den beiden aufgibt oder man den Gegner wechselt.
Wenn man Regeln bricht, gibt es Capoeira-Schulden. Die wichtigste Regel ist, dass man dem Meister gehorcht. Wenn man sie bricht, kann man im schlimmsten Fall den Gürtel abgenommen bekommen. Je mehr Gürtel (maximal 17), desto stärker ist man.
Man kann mit dem Capoeira-Unterricht in Brasilien kein Geld verdienen, aber in anderen Ländern müssen die Unterrichtsstunden bezahlt werden, wenn Schulen den Kampfsport anbieten.
Neugierig? Dann guck doch mal diesen kleinen Film:
https://www.fazenda-sauva.com/de/projekt-capoeira
(Nejat und Raisa, 6G)
Das nachfolgende Meinungsbild ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler wurde von zwei Schülern (Anri und Raoul) der Klasse 6G eingeholt:
Interview Anri und Raoul
Lena Rogenhofer
