Weimar

Raus aus der Schule, rein ins Kunst(er)leben: Die Weimar-Fahrt hat eine lange Tradition am AvH. Alljährlich macht sich die gesamte Q12 (im neuen G9) zusammen mit ihren Kursleitern auf den Weg nach Weimar und wandelt einen Tag lang auf den Spuren der Klassik. Neben einem museumspädagogisch begleiteten Rundgang durch das Goethe-Nationalmuseum oder Schillers Wohnhaus ist eine Themenführung durch die Stadt fester Programmpunkt der Exkursion. Gleichermaßen gestärkt und gebildet zurück in Schweinfurt, erscheinen die Klassiker gleich in neuem Gewand!

Ein Ausflug in klassische Gefilde: die Weimar-Fahrt der Q12 2026

Was macht man, wenn im Morgengrauen des 18. März fünf Deutschkurse und ihre Kursleitungen, allesamt einigermaßen ausgeschlafen, nach Weimar aufbrechen wollen? Ein Suchspiel. Immerhin sollen 120 Schülerinnen und Schüler auf Anwesenheit und Reisetauglichkeit überprüft und kursgerecht geordnet in drei Busse verfrachtet werden. Nachdem die Kursleitungen das Spiel aktiv gestaltet, die Schülerinnen und Schüler das Aufbruchsszenario weitgehend passiv, aber freundlich mitgetragen haben, erwartet uns in der thüringischen Kulturstadt ein wunderbarer Frühlingstag. In der Hoffnung, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur gute Laune und ausreichend Verpflegung dabei haben, sondern auch Erinnerungen an die zahlreichen Deutschstunden zum Thema „Weimarer Klassik“, starten wir nach der Ankunft in Weimar, immer noch kursmäßig geordnet, pünktlich zu unseren kulturellen Höhepunkten: Während sich die ersten Gruppen auf den Weg zu Goethes Wohnhaus am Frauenplan machen, rüsten sich die übrigen für die Stadtführungen. Apropos Verpflegung: Der gestrenge Verfasser dieses Berichts ermahnt gleich zu Beginn der Stadtführung einzelne seiner Kursteilnehmer, weil diese sich mehr ihrer flugs gekauften Thüringer Rostbratwurst widmen als den Worten ihrer Stadtführerin. Von ihr erfahren wir allerlei Wissenswertes über die Lebensverhältnisse und das politische Umfeld, in welchem namhafte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kirche über lange Jahre die Stadt so geprägt haben, dass Weimar heute nach wie vor zu den gefragtesten Besuchermagneten Deutschlands gehört. Wir erfahren, wem wir unsere Kenntnis von Goethes „Urfaust“ zu verdanken haben, weshalb die anfangs einander eher skeptisch gegenüberstehenden Schiller und Goethe rasch einen Freundschaftsbund schlossen und warum Goethe im Park an der Ilm eine künstliche Mauer und Sichtachsen hat anlegen lassen. Während anschließend einige Kursteilnehmer die beengten Wohnverhältnisse Schillers in Augenschein nehmen, gönnen sich die meisten Schülerinnen und Schüler einen Rundgang durch Goethes Wohnhaus, ein schon in damaliger Zeit weitläufiges und nahezu luxuriös ausgestattetes Domizil. „Warum hat Goethe eigentlich so unglaublich viel gesammelt, was wollte er denn etwa mit den ganzen Steinen oder Pflanzen?“, will ein Schüler von mir wissen, was uns zum Kern unseres Ausflugs führt: neugierig sein, Unerkanntes erforschen, sich über Erkenntnisse freuen, Wissen und Erfahrungen mit anderen teilen, das Leben mit allen Sinnen wahrnehmen – das ist es, was uns Humboldtianer am Ende des Tages hoffentlich verbindet mit der Weimarer Klassik.

P. Boll


Klassik, Kultur und Kopfsteinpflaster – ein Ausflug nach Weimar

Am 10. April 2025 begaben sich die Deutschkurse der zwölften Jahrgangsstufe auf eine literarisch-historische Reise nach Weimar – einer Stadt, die mehr sagt als tausend Worte oder viele Stunden Deutschunterricht, und der man vielleicht sogar gewillter zuhört. Denn, wie Faust schon gewusst hat: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie / Und grün des Lebens goldner Baum.“ Es galt also, sich das Grün hinter den Ohren noch ein wenig vergolden zu lassen.

Zwei Busse, vier Kurse, ein Ziel: Kultur. Und ein bisschen Sightseeing. Und, wenn möglich, auch etwas Sonne.

Während der Himmel am Morgen noch mit den Resten einer Erlkönig-Nacht behangen war, entwickelte sich das Wetter in Weimar zu einem lauen Frühlingstag, den Goethe selbst in Italien nicht schöner hätte erleben und beschreiben können.

Vor Ort teilten sich die Kurse auf: Die einen zogen zuerst durch die Dauerausstellung zur Weimarer Klassik und das angrenzende Wohnhaus Goethes, wo man – inmitten der unveränderten Einrichtung und konfrontiert mit hunderten Ausstellungsstücken – dem ehemaligen Besitzer eine gewisse Präsenz nicht absprechen konnte. Auf mehreren Stockwerken verteilt präsentierte die Ausstellung ein allumfassendes Bild des Denkers und Dichters, angefangen von seinen ersten Manuskripten über seine naturwissenschaftlichen Studien bis hin zu seinen politischen und natürlich literarischen Schriften, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler noch heute befassen (dürfen). 

Mit dem Audioguide ging man anschließend über die hölzerne Fußmatte, durch die prächtigen Schlaf-, Wohn-, Gäste-, Treppen-, Vor-, Kamin-, Neben- und Studierzimmer, bis hinunter in den Garten Goethes – und wurde so gewahr, dass Goethe damals auch  im Überfluss Geld und Zeit hatte, um sich völlig in Politik, Wissenschaft und Literatur vertiefen zu können.

Die anderen Gruppen begaben sich in der Zwischenzeit auf eine historische Stadtführung und wandelten auf den Spuren all jener, die es in Weimar zu Rang und Ruhm gebracht haben – ob mit Feder, Krone oder architektonischem Skizzenblock. Die kopfsteingepflasterten Gässchen, entlang derer sich die Häuser, Denkmäler, Parks und Plätze reihten, ließen jedem das Herz ein wenig höherschlagen; ob nun aufgrund des Gehtempos oder der mitreißenden Führung, sei dahingestellt.

Nach einer Mittagspause, in der kurz Kultur gegen nicht minder erfreuende Kulinarik getauscht wurde, wechselten die Gruppen das Programm. Lediglich Schiller blieb im engen Zeitplan ein wenig auf der Strecke – nicht zuletzt etwas, das auch typisch für das klassische Weimar gewesen ist. Und egal, wie man es mit jener bedeutenden Epoche hält: ihr Ausgangspunkt präsentierte sich von seiner schönsten Seite und regte an, nicht nur Schiller, sondern das gesamte Weimar in naher Zukunft wieder zu besuchen.

Simon Holleis, StRef

Bild: P. Boll, OStR


Weimar- Fahrt der Q11-Kurse 2023

Nach der zweistündigen Fahrt ging es für alle aus der Q11 endlich in Weimar selbst los. Nach einer kurzen Pause im „Atrium“ liefen wir, die Schülerinnen und Schüler des Kurses D1a, mit unserer Stadtführerin los.

Sie erzählte uns, dass Weimar mit 65.000 Einwohnern zwar nur die viertgrößte Stadt Thüringens, geschichtlich und kulturell aber einer der wichtigsten Orte in ganz Deutschland ist. Hier lebten namhafte Künstler wie Bach, Liszt, Schiller und Goethe - passend zu unserer Lektüre „Faust“.

Wir besuchten zunächst den Park neben der Jakobskirche; hier heiratete Goethe seine langjährige Lebensgefährtin Christiane Vulpius. Auf dem Jakobsfriedhof befindet sich auch ihr Grab sowie Schillers erste Begräbnisstätte.

Anschließend liefen wir zur Stadtkirche St. Peter und Paul, welche das bedeutendste Kirchengebäude der Stadt Weimar darstellt. Das auffälligste in der Kirche war das bemerkenswerte dreiflügelige Altarbild, welches heute als Hauptwerk der sächsisch-thüringischen Kunst des 16. Jhds. gilt.

Nach einer kurzen Mittagspause gingen wir zum Goethe-Schiller- Denkmal, ein bronzenes Doppelstandbild mit der imposanten Statur der deutschen Dichter. Das 1857 eingeweihte Denkmal steht vor dem Deutschen Nationaltheater auf dem Theaterplatz.

Schließlich machten wir uns auf den Weg zu Goethes Wohnhaus am Frauenplan. Im heutigen Museumsteil befindet sich eine Galerie, die sich ausschließlich der Goethezeit widmet. Zu sehen waren umfangreiche Sammlungen mit Gemälden, Grafiken und Büsten des 18. und 19. Jhds., vom Spätbarock über den Klassizismus bis hin zur Romantik und zum Biedermeier.

Zu guter Letzt gingen wir in den Wohnbereich des Goethe-Hauses, welches mit originalen Einrichtungs- und Sammlungsgegenständen ausgestattet ist. Versehen mit einem Audio-Guide, liefen wir durch die 18 verschiedenen Räume. Aufgefallen ist uns zunächst Goethes selbst konzipiertes Treppenhaus; die Treppenstufen waren sehr flach gebaut, und somit kann man ohne Anstrengung die Etagen hochlaufen. Der faszinierendste Raum war sein unverändert gebliebenes  Arbeitszimmer, in welchem er Tage und Nächte mit dem Schreiben verbracht hat. Sogar seine Privatbibliothek konnte man bewundern.

 

Schlussendlich kann man sagen, dass man sich durch die Fahrt nach Weimar die „Weimarer Klassik“ besser vorstellen konnte. Es war interessant, alles mit seinen eigenen Augen zu sehen, anstatt die Aspekte nur im Unterricht zu besprechen. So kann man Goethe sowohl mit schönen Erinnerungen mit seinen Freunden als auch mit dem erlangten Wissen durch die Führung verknüpfen.

 

Text: Erin Ritter, Q11

Bilder: Emma Hagen und Jule Zschocke, Q11