Nachlese zum stimmungsvollen Weihnachtskonzert 2024
Noch nie lagen so viele „Reserviert“-Blätter auf den Stühlen der festlich und weihnachtlich geschmückten Schulaula im Alexander-von-Humboldt-Gymnasium vor einem Weihnachtskonzert aus. Doch nicht nur die reservierten Stühle waren besetzt, die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt. Aus Klassenzimmern eilig herbeigetragene Stühle halfen ein wenig, den vielen Besuchern, die es sich auch nicht nehmen ließen, das ganze Konzert stehend zuzuhören, für konzertante Bequemlichkeit zu sorgen.
Die Jazzimpro eröffnete das Konzert weihnachtlich mit dem Klassiker „Let it Snow“, in das die Begrüßung durch die Schülerinnen und Schüler eingebunden war. Nach der offiziellen Begrüßung durch die neue Schulleiterin Frau OStDin Seelmann spielte die erst in diesem Schuljahr neu zusammengestellte Gruppe den „First Blues“, der komplett selber durch die Schüler erarbeitet und arrangiert wurde. Hier konnte sich das Publikum bei jedem improvisierten Solo von der Spielfreude des neuen Ensembles überzeugen.
Unter der Leitung von Frau Lettowsky verzauberte der Unterstufenchor die Zuhörer mit drei facettenreichen Stücken, die die Vielfalt der Adventszeit eindrucksvoll widerspiegelten. Der Auftakt mit dem modernen Stück „Snowman“ von Sia begeisterte durch die klaren, berührenden Stimmen von elf talentierten Solistinnen und Solisten. Mit viel Gefühl und stimmlicher Präzision brachten die Schülerinnen und Schüler die melancholisch-schöne Atmosphäre dieses Pop-Songs eindrucksvoll zum Ausdruck. Die Klavierbegleitung übernahm hier sehr einfühlsam Ida Braedt. Im Kontrast dazu bot das traditionelle fränkische Weihnachtslied „Lieb Nachtigall, wach auf“ einen Ausflug in die Klangwelt vergangener Jahrhunderte. Der Unterstufenchor präsentierte a capella mit Klangschönheit dieses teilweise polyphon gestaltete Lied. Mit dem abschließenden jazzig-fröhlichen Medley „Jingle Bell Rock“ brachte der Unterstufenchor die Aula schließlich zum Swingen. Routiniert und schwungvoll begleitete am Klavier Elias Kempf. Rhythmische Energie und die offensichtliche Freude am gemeinsamen Singen steckten das Publikum an, und es fiel schwer, nicht mitzuwippen.
Auch das Streichorchester unter der Leitung von OStR Betzer und Frau Daum hatte sich auf ein weihnachtliches Thema vorbereitet: In der Musik des „Polarexpress“-Filmes erklingen sehr markante und mitreißende Weisen. Die musikalisch spannende Interpretation dieses kurzen Medleys verschiedener typischer Melodien ließ aufhorchen und nahm die Zuhörer auf eine gefühlvolle Reise mit in das polare Weihnachtsland, aus dem der Sage nach die Weihnachtsgeschenke für die ganze Welt herkommen.
Die Themen „Winter“ und Kälte kamen anschließend im Lied „California dreaming“ des Mittel- und Oberstufenchores klangvoll und sauber intoniert zum Ausdruck. Sehr archaisch und stimmungsvoll wurde das Publikum mit dem Lied „Misty Mountain“ aus dem Film „Der Hobbit“ in das unterirdische Reich und die raue Wildnis der sagenhaften Zwerge aus den phantastischen Erzählungen J.R.R. Tolkiens mitgenommen. An die Grundgedanken im „Polarexpress“, nicht den Glauben an Weihnachten zu verlieren, erinnerte das letzte Stück des Ensembles. Mit gefühlvollen und kraftvollen Chorklängen, virtuos und feinfühlig am Klavier begleitet von Elias Kempf, begeisterten die Schülerinnen und Schüler die Besucher, die mit großem und warmem Applaus dankten.
Der Lehrerchor unter der Leitung von OStRin Lettowsky beeindruckte mit einer gefühlvollen Darbietung des Stücks „A New Noel“ von Travis L. Boyd. Das Werk, inspiriert von einem traditionellen englischen Weihnachts-Carol, verband klassische Klänge mit modernen Harmonien. Mit Energie und Eleganz ernteten die sanften und frohen Klänge der Kolleginnen und Kollegen, am Klavier begleitet von OStR Betzer langen und begeisterten Applaus und läuteten damit die Pause ein.
Nach dem Auftritt des Duos Duft, mit Claudia (Gesang) und Andreas (Klavier und Gesang), die einfühlsam das Lied „No frontiers“ vortrugen, wandelte das große Blasorchester die ruhige nachdenkliche Stimmung sofort wieder in spannungsreiche Action. Das unverkennbare Leitmotiv aller James-Bond-Filme leitete einen Vorbeiflug an klassischen James-Bond-Melodien ein, durch die das Publikum durch das Blasorchester unter der Leitung von OStR Florian Bieber geschickt wurde. Doch nach Melodien wie „Skyfall“ und „Leben und sterben lassen“ stellte sich nun auch im Blasorchester weihnachtliche Stimmung ein. Mit „Christmas Pipes“, welches spätestens seit der Band „Celtic Woman“ weltweit bekannt ist, und „French Carol“, einer apotheotischen Bearbeitung des klassischen französischen Weihnachtsliedes „Les Anges Dans Nos Campagnes“, konnte das Publikum in vorweihnachtlicher Stimmung schwelgen.
Zum Abschluss des Konzertes wurden alle Ensembles des Abends und zusätzlich die Percussiongruppe des Gymnasiums zu einem großen Klangap-parat auf der Bühne versammelt. Arrangiert von OStR Bieber und OStR Betzer wurde aus dem Chorwerk „The Peacemakers“ von Karl Jenkins das Stück „Healing Lights“ gespielt und gesungen. Dieses ruhig fließende Musikstück, das seine Melodien aus der irischen Musik bezieht, die mit nordafrikanischen Rhythmen verknüpft wird, bezieht seinen Inhalt aus den Segenswünschen, die aus der irischen Kultur stammen. Alle „Lichter“ des Kosmos, wie Mond und Sterne und die mächtigen Kräfte der Erde, wie der Wind und die Wellen des Meeres, segnen den Zuhörer mit ihrem Lichtersegen. Als hellstes Licht wird den Zuhörern auch der Segen Jesu, des Lichtes der Welt zugesprochen, der von einer beschwörenden Musik unterlegt ist. Der begeisterte Applaus der Zuhörer war der Dank an alle Ausführenden für die intensive und lange Probenarbeit und die überzeugende Präsentation. Der nicht enden wollende Applaus wurde durch eine Zugabe der Ensembles belohnt.
Der Dank der Schulleitung galt allen Ausführenden (etwa 200 Mitwirkenden auf der Bühne) und der Licht- und Tontechnik (etwa 20 Mitwirkende hinter der Bühne) und ihren Lehrkräften, die sie in vielen Proben auf dieses Konzert vorbereitet hatten. Mit dem von allen Anwesenden gemeinsam gesungenen und gespielten Weihnachtslied „Oh du fröhliche“ wurde das Konzert beendet und die fröhlichen und gut gelaunten Besucher wurden in die letzten Tage vor Weihnachten entlassen.
Text: OStR T. Betzer
Fotos: StR F. Schüller
