Mint-EC in Aachen, RWTH (2015) Thema: “Integrative Produktionstechnik in Hochlohnländern”

Unter dem sehr abstrakt kligenden Thema “Integrative Produktionstechnik in Hochlohnländern” konnten auch wir uns zunächst nicht viel vorstellen. Als wir allerdings die Beschreibung näher betrachteten, waren wir begeistert, den es wurde ein Mix aus Bereichen der Natur- und Ingenieurswissenschaften, aber auch der Wirtschaftswissenschaften versprochen. Die Ausrichtung fand durch die Universität Aachen, kurz RWTH, und dem Verein Mint-EC statt.

Als wir im Hostel Aachen, unserer Unterbringung für die nächsten Tage, ankamen, herrschte eine lockere Atmosphäre vor und man schloss erste Bekanntschaften mit Gleichgesinnten. Unser straffes

Programm für die nächsten Tage begann mit dem Besuch des FIR-Institut der RWTH Aachen, welches sich mit in erster Linie mit Produktionsmanagement beschäftigt. Nach weiteren Instruktionen für die folgenden Tage, starteten wir mit dem sogenannten “Bier-Spiel”, wobei aber zum Unwillen mancher Campteilnehmer nur die Bierdeckel verwendet wurden. Das Spiel, mit dem das Institut auch so manchen Manager zum schwitzen bringt, bildet eine “supply chain”, also eine Lieferkette, ab. Pro Team gibt es vier Rollen, einen Zulieferer, den Produzenten, den Großhändler und den Einzelhändler. Ziel eines jeden Teams ist es, möglichst viel Bier inform von Deckeln an den Kunden, den ein Institutmitarbeiter spielt, zu verkaufen. Dabei bestellt der Einzelhändler beim Großhändler, der Großhändler beim Produzenten, usw. immer die Menge Bier, die seiner Meinung nach nötig sind, um den unberechenbaren Bierkonsum der Kunden zu stillen. Die Schwierigkeit des Spiels ist es, immer die richtige Biermenge im Lager zu besitzen. Dies kostet allerdings Geld. Das doppelte kostet es jedoch, wenn Lieferrückstände vorherrschen. Dieser Balanceakt artete schnell in teilweise exzessive Bestellungen aus, die wie sich später herrausstellte die Bestellmenge des Kunden um ein Vielfaches überschritt. Nach einer ausführlichen Analyse widmeten wir uns noch der Produktionsoptimierung beim Zusammenbauen von Legospielzeugen und verbesserten diese auf Basis unserer Überlegungen. Wie in den darauffolgenden Abenden auch, beendeten wir den Tag mit einem Plenum, indem wir uns über die Erlebnisse des Tages austauschten und uns näher kennenlernten.

Am zweiten Tag lernten wir das Institut für Arbeitswissenschaften kennen, welches uns mit seiner interdisziplinären Forschung überraschte. In Workshops versuchten wir Websites mit Hilfe von Eye-Tracker-Systemen hinsichtlich ihrer Übersichtlichkeit zu verbessern. Außerdem bauten wir mehrmals Vergaser auf Zeit zusammen, um danach die zeitliche Verbesserung durch den Übungsfaktor zu analysieren. Danach bekamen wir noch einen Überlick über die aktuelle Forschung des Instituts, die verschiedene Roboter und räumliche Erkennungsysteme umfasst. Besonders angetan waren wir von der Studie zum autonomen Fahren, bei der mittels einer Software und aufwendigen Lenkrad die Interaktion zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz eines Fahrzeuges erforscht wird. Nach dem Plenum hatten wir Zeit für eine freie Abendgestaltung und nutzten diese Gelegenheit, die Stadt Aachen besser kennenzulernen.

Am vorletzten Tag besuchten wir das größte Institut der RWTH, das Werkzeuglabor, kurz WZL. In einer sehr großen Halle und zahlreichen Nebengebäuden wird hier Forschung zu Industrierobotern, Ultraschall oder auch Mikroskopie betrieben. Auch hier wurden wieder Workshops durchgeführt, wobei uns vor allem der Workshop mit den Industrierobotern begeisterte. Zunächst wurde ein kurzer Theorieteil zu verschiedenen Koordinatensystemen und der Steuerung des Roboters präsentiert. Zu unserem Erstaunen finden hier die komplexen Zahlen aus der Mathematik Anwendung, die wir erst vor kurzen im Unterricht kennenlernten und wir damals Zweifel am Nutzen dieser Erfindung hegten. Danach durften wir selbst den Industriroboter steuern und programmieren und testeten unser Geschick mit dem technischen Gerät auf dem “Hoppenheim-Ring”, den wir durch einen am Roboter befestigten Kugelschreiber abfuhren. Am Abend wurde die Möglichkeit geboten, die RWTH-Wissenschaftsnacht zu besichtigten, die an diesem Freitag stattfand. Hier konnte man interessanten Vorträgen von Wissenschaftlern der RWTH beiwohnen.

Auch am letzten Tag wurde ein Workshop angeboten, diesmal im Fraunhofer-Institut für Lasertechnik mit dem Thema “Experimentieren mit Licht”. Hier beschäftigten wir uns mit verschiedenen Experimenten mit Lasern, sowie mit der Erzeugung von Hologrammen. Kurz vor der Abreise hielten wir unser letztes Plenum ab, indem wir unsere Meinungen über das Camp teilten und Verbesserungsvorschläge vorbrachten. Unsere beiden Campbetreuer erläuterten mit uns den Zweck von solchen Veranstaltungen und die Intention des Vereins Mint-EC, junge Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern.

Abschließend bleibt uns nur zu sagen, dass wir vom Verein Mint-EC und dessen Camps einen sehr positiven Eindruck gewonnen haben und jedem eine Teilnahme weiterempfehlen können.

Manuel Treutlein und Fabian Walter