Ein Blick hinter die Kulissen der Buchkunst: Exkursion der 10b und 11a des Avh-Gymnasiums ins Otto-Schäfer-Museum

Warum sagt man eigentlich „ein Buch aufschlagen“? Mit dieser Frage begann für die Klassen 10b und 11a der Workshop im Otto-Schäfer Museum. Dort staunten nicht wenige, als die Antwort auf die Einstiegsfrage direkt demonstriert wurde. Frühere Bücher besaßen schwere Holzdeckel mit metallenen Buchschließen. Um diese zu öffnen, musste man im wahrsten Sinne des Wortes mit der Faust auf den Buchdeckel schlagen. 

Im Museum folgte eine Aufteilung der Klassen in verschiedene Gruppen, um tief in historische Handwerkstechniken einzutauchen. Eine Gruppe befasste sich mit der Buchherstellung. Mit gefalteten Papierbögen lernten die Schülerinnen und Schüler die Schwierigkeiten des Drucks kennen. Aufgefaltet liegen die Seiten nämlich nicht in ihrer logischen Reihenfolge! Nach dem Nummerieren der Vorderseiten (Recto) und Rückseiten (Verso) schrieben alle ein gewähltes Gedicht, darunter zum Beispiel Goethes Gefunden, auf die richtigen Seiten ab. Anschließend folgten das Heftfaden-Binden sowie das finale Aufschneiden der gefalteten Ränder. Das Ergebnis war ein selbstgebundenes Werk mit 16 beschriebenen Seiten.

Parallel dazu widmete sich eine zweite Gruppe einer klassischen Drucktechnik. Nach der Auswahl eines eigenen Ornaments fertigten die Jugendlichen zunächst eine Vorzeichnung an, die anschließend auf eine Kunststoffplatte radiert wurde. Das praktische Ausprobieren stand hier im Vordergrund. Die Klasse konnte den gesamten Prozess einer Radierung mitmachen und am Ende gab es ein Gesamtwerk für das Klassenzimmer.

Eine weitere Gruppe setzte sich mit den Ursprüngen von Fabelwesen im Mittelalter auseinander.

Nach diesem ereignisreichen Programm traten die Jugendlichen den Rückweg zur Schule an. Ein rundum gelungener Tag, der altes Handwerk lebendig gemacht hat!

StRin Özlem Ferber

 

verfasst von J.Staab am