Eine Familiengeschichte, die bewegt – Monika Jalili zu Gast am AvH
Einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte ihrer Familie und die Verfolgung während des Holocausts erhielten die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums durch den Besuch von Monika Jalili (geb. Bergenthal). Im Mittelpunkt des englischsprachigen Vortrags stand die Geschichte ihres Vaters, der als zehnjähriges Kind das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebte. Er gehörte zu den 222 jüdischen Gefangenen, die im Juli 1944 im Rahmen eines außergewöhnlichen Gefangenenaustauschs nach Palästina gelangten.
Besonders eindrücklich war, wie differenziert Jalili die Lebensbedingungen und Überlebenschancen der Gefangenen schilderte. Der Vortrag machte deutlich, dass Menschen in den Konzentrationslagern keineswegs alle in gleicher Weise behandelt wurden. Um sich und Angehörigen das Leben zu retten, versuchten sich einige verzweifelt freizukaufen, indem sie den Aufsehern Geld oder Wertgegenstände boten. Jalilis Familie hatte das außergewöhnliche Glück, zu den Überlebenden zu gehören, die sich quasi ein Ticket in die Freiheit Palästinas erkaufen konnten. Dieses Glück bedeutete jedoch keineswegs, dass die Erfahrungen folgenlos blieben: Die traumatischen Erlebnisse prägten die Familie bis in die nächsten Generationen.
Mit ihrem Vortrag leistete Monika Jalili einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Es beeindruckte nicht nur ihre persönliche Geschichte, sondern auch die Art, wie sie diese vermittelte: gefühlvoll und zugleich klar und reflektiert. Eine beeindruckende Frau, die Verantwortung für das Erinnern übernimmt und damit Geschichte auch für junge Menschen lebendig hält.
Am Ende brachte eine Schülerin durch einen Wunsch auf den Punkt, was alle Anwesenden hoffen: Dass niemand jemals wieder solches Grauen durchleben muss!
Sarah Wenzel, Fachschaftsleiterin Geschichte am AvH
