Nachlese: Besuch der Elternvertreter bei der LEV Mitgliederversammlung
Am 21. und 22. März 2026 fand die 76. Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e. V. (LEV) am Karl-von-Closen-Gymnasium in Eggenfelden statt. Für das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium nahmen Jürgen Debong, Katja Gebhardt, Sonja Mallak und Astrid Pümmler teil.
Bereits am Samstagvormittag bot sich den rund 100 anwesenden Elternbeiräten die Gelegenheit zum Austausch mit Ministerialdirektor Martin Wunsch, Amtsleiter des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. In seinem Vortrag sprach er unter anderem über die Themen Digitalisierung, Werteorientierung sowie die aktuelle Lehrkräftesituation und beantwortete im Anschluss zahlreiche Fragen aus dem Plenum.
Am Nachmittag fanden verschiedene Informations- und Austauschrunden statt, in denen zentrale bildungspolitische Themen vertieft wurden. Die Vertreterinnen und Vertreter des AvH besuchten unter anderem Veranstaltungen zu den Themen Crowdfunding, Bildung für nachhaltige Entwicklung, KI entdecken, Prävention sowie Elternrechte und Elternpflichten.
Ein besonderer Höhepunkt war der abschließende Vortrag von Prof. Dr. Alexander Pretschner (TU München) mit dem Titel „KI – der stochastische Papagei? Was ist KI, wie funktioniert sie und warum ist sie wichtig?“. Anschaulich und verständlich erläuterte er Grundlagen, Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz und zeigte deren Bedeutung für Schule und Gesellschaft auf.
Der Sonntag begann mit dem Geschäfts- und Kassenbericht der LEV, gefolgt von den Antragsabstimmungen, bei denen das AvH als Mitgliedsgymnasium stimmberechtigt vertreten war. Inhaltlich war die Berichtsperiode vor allem durch den Übergang vom G8 zum G9 geprägt. Darüber hinaus standen Themen wie Lehrkräftemangel, strukturelle Rahmenbedingungen, Digitalisierung sowie die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Unterricht und Prüfungsformate im Mittelpunkt der Diskussionen.
Im Rahmen des Kassenberichts wurde zudem auf die sinkenden Mitgliedszahlen hingewiesen. Ein weiterer Rückgang könnte langfristig die Einflussmöglichkeiten der LEV gegenüber dem Kultusministerium schwächen.
Mit der einstimmigen Verabschiedung des Leitantrags „Digitale Schüler – analoge Werte? Eltern und Gymnasium zwischen Erziehung und Algorithmen“ sowie weiterer Anträge setzte die Mitgliederversammlung wichtige Schwerpunkte für die zukünftige Arbeit des LEV-Vorstands. Zu den angenommenen Anträgen gehören unter anderem:
- die Einführung eines Unterrichtsfachs „Medienkompetenz und Medienerziehung“,
- die Anerkennung von Dyskalkulie mit dem Ziel einer gleichberechtigten Berücksichtigung im bayerischen Schulrecht,
- sowie die Sensibilisierung des Kultusministeriums für organisatorische Maßnahmen zum Hitzeschutz an Schulen.
Im Zusammenhang mit diesem Bericht möchten wir darauf hinweisen, dass der jährliche Beitrag von 1 Euro pro Schüler sinnvoll investiert ist. Er trägt dazu bei, dass die Anliegen der Eltern bayerischer Gymnasien im Kultusministerium Gehör finden.
Die LEV hat zuletzt unter anderem folgende Entwicklungen intensiv begleitet und mitgestaltet:
- Änderungen bei den W-Seminaren ab dem kommenden Schuljahr:
- Die Gewichtung erfolgt künftig im Verhältnis 2:1 zwischen schriftlicher und mündlicher Leistung.
- Der Fokus liegt stärker auf dem Entstehungsprozess der Arbeit, um die Eigenleistung der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen. Künstliche Intelligenz soll dabei bewusst als Werkzeug für kritisches Denken genutzt werden und nicht ausschließlich als Gegenstand von Verboten betrachtet werden.
- Der Elternbeirat erhält künftig die Möglichkeit, das Ablagesystem sowie das Videokonferenztool der BayernCloud Schule zu nutzen. Dies war ursprünglich nicht vorgesehen.
- Zudem wurde das Memorandum „Runder Tisch Schülerfahrten“ gemeinsam mit weiteren Verbänden an Staatsministerin Anna Stolz übergeben. Darin wird betont, dass schulische Bildung durch außerschulische Lern- und Erfahrungsräume ergänzt werden sollte. Schülerfahrten werden dabei als wichtiger Bestandteil der persönlichen Entwicklung junger Menschen verstanden.
Insgesamt war die Mitgliederversammlung für die Vertreterinnen und Vertreter des AvH erneut äußerst informativ und gewinnbringend. Bereits jetzt freuen wir uns auf den weiteren Austausch bei der kommenden Versammlung im nächsten Jahr.
Astrid Pümmler
stellvertretend für den Elternbeirat
