Selbst gemacht schmeckt am besten – die GemüseAckerdemie am AvH

Vielen, die in den letzten Monaten im Pavillon Turnhalle unterwegs waren, ist es bestimmt schon aufgefallen: anstelle einer leeren Rasenfläche stehen dort seit Anfang des Jahres Hochbeete. Diese gehören zum Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“, welches nun auch am AvH durchgeführt wird. Am 17. Juni 2026 fand die zweite Pflanzung und damit der offizielle Auftakt statt. 

„Hier wächst Wissen“ – so wirbt die GemüseAckerdemie im Internet. Im Rahmen des Projektes sollen Schülerinnen und Schülern aller Jahrgänge anhand von praktischer Arbeit auf dem Acker mehr über gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit lernen. Rund 2000 Bildungseinrichtungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein nehmen bereits teil, darunter seit diesem Schuljahr auch das AvH. Die Hauptarbeit übernimmt dabei dieses Jahr die Deutschklasse. Das geerntete Gemüse wird dann im Schülercafé Mathe Macchiato zu gesundem Essen weiterverarbeitet oder einfach so als Snack angeboten. 

Hinter dem Projekt steht der Verein Acker e. V., der aus ehrenamtlichen Helfern sowie rund 200 fest angestellten Mitarbeitenden besteht. Am AvH unterstützt Ackercoach Manuela Büttner die Lehrkräfte und bereitet sie darauf vor, in den nächsten Jahren mehr und mehr Aufgaben alleine zu übernehmen, bis das Projekt irgendwann ganz ohne fremde Hilfe am AvH weitergeführt werden kann. 

Das Projekt umfasst kleine, wöchentliche Aufgaben und Fortbildungen. Im ersten Jahr finden neben einem Pflanzworkshop für die Lehrerinnen und Lehrer zudem zwei Pflanzungen und eine Nachsaat statt. Die Schülerinnen und Schüler haben bei den Pflanzungen die Möglichkeit sich bei der Aussaat (z.B. Bohnen) als auch beim Setzen von Jungpflanzen (z.B. Tomaten) auszuprobieren. Die zweite Pflanzung fand nun am 17. Juni statt. Zu diesem Anlass waren Vertreter der AOK Bayern sowie Herr Debong vom Elternbeirat und Schulleiterin Gabriele Seelmann vor Ort.

Im Rahmen der Pflanzung konnte die Schülerzeitung auch ein kurzes Interview mit Ackercoach Manuela Büttner, die das Projekt am AvH betreut, führen: 

  1. Zuerst einmal: Wer sind Sie, und wie sind Sie zu dem Projekt gekommen?

Mein Name ist Manuela Büttner und ich bin Ackercoach bei der GemüseAckerdemie seit 2022. Ursprünglich habe ich das Projekt online als Anzeige entdeckt, und da ich auch eine Ausbildung als Gemüsegärtnerin gemacht habe, fand ich es ganz interessant und habe mich beworben. Leider war in meinem ersten Jahr noch die Corona-Pandemie, deswegen mussten alle Masken tragen, durften nur eigenes Werkzeug benutzen und die Kinder waren bei der Pflanzung gar nicht dabei. Erst in meinem zweiten Jahr als Ackercoach durften dann Kinder dabei sein. 

  1. Was ist Ihre Motivation? Warum haben Sie sich für diese Berufsrichtung entschieden?

Ein großer Teil meiner Motivation ist es den Kindern (und auch Lehrerinnen und Lehrern) das Erleben von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Ich mag es einfach, mit Kindern zu arbeiten und ihnen die Arbeit mit Pflanzen nahezubringen, weil die meisten damit sonst kaum in Berührung kommen. Das Gärtnern an sich macht mir natürlich auch Spaß und ich lerne auch immer neues dazu. Am Schönsten ist es aber, zu sehen, wie viel Freude die Kinder an der Arbeit auf dem Acker haben – vor allem, wenn sie davor eigentlich gar keine Lust darauf hatten. 

  1. Wie empfinden Sie die Arbeit mit Kindern? Gibt es vielleicht auch Schwierigkeiten?

    Bei Kindergartenkindern ist die Aufmerksamkeitsspanne tendenziell nicht so lange, deshalb sollte es zwischendurch Pausen geben und die Pflanzungen im entsprechenden zeitlichen Rahmen bleiben. 

    Bei älteren Klassen ist es eher mal so, dass die Motivation fehlt. Da ist es mir persönlich wichtig, sie nicht zum Mitmachen zu drängen, sondern Verständnis zu zeigen. Erfahrungsgemäß kommt die Begeisterung nach kurzer Zeit beim Ackern dann doch. Eine besondere Herausforderung hier am AvH ist die Mehrsprachigkeit der Deutschklasse. Das hatte ich so noch an keinem anderen Lernort, und ich merke auch, dass mein Englisch an seine Grenzen stößt. Gleichzeitig ist es aber auch eine tolle Gelegenheit, mehr über andere Sprachen zu lernen. 

 

Frédéric Tanke, 10c

 

verfasst von J.Staab am