Theaterbesuch der Q12: „Der zerbrochne Krug“ als lebendige Abiturvorbereitung
Am 11. März 2026 besuchten die Schülerinnen und Schüler der Q12 gemeinsam eine Aufführung von „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist im Evangelischen Gemeindehaus. Die Vorstellung begann um 19:30 Uhr und bot den angehenden Abiturientinnen und Abiturienten eine eindrucksvolle Begegnung mit einem zentralen Werk ihrer Abiturlektüre.
Die Inszenierung verstand es, die vielschichtige Handlung und die charakteristischen Figuren des Lustspiels lebendig auf die Bühne zu bringen. Besonders die Darstellung des Gerichtsschreibers Licht sorgte immer wieder für heitere Momente. Gerade bei einem Werk, das in der reinen Lektüre mitunter anspruchsvoll erscheinen kann, erwies sich die szenische Umsetzung als besonders gewinnbringend. Vielen Schülerinnen und Schülern wurde die feinsinnige Komik des Stücks erst durch die Aufführung deutlich – etwa als Gerichtsrat Walter, zur Überraschung einiger sogar weiblich besetzt, die widersprüchlichen Ausführungen des Dorfrichters mit folgenden Worten kommentierte:
„In Eurem Kopf liegt Wissenschaft und Irrtum
Geknetet, innig, wie ein Teig, zusammen;
Mit jedem Schnitte gebt Ihr mir von beidem.“
Wie von Kleist intendiert, sorgten solche Momente für hörbares Gelächter im Saal – ebenso wie die vom Dorfrichter ausgerufene „Pause“, die nicht ganz ernst zu nehmen war.
Der Theaterabend erwies sich damit als wertvolle Ergänzung zum Unterricht und zugleich als anschauliche Vorbereitung auf das Abitur 2027 in Bayern, für das das Werk verbindlich vorgesehen ist. Besonders die Gestaltung der Schlussszene, die vom Originaltext abwich, bot im Nachgang Anlass für weitere Diskussionen im Unterricht.
Neben dem fachlichen Gewinn kam auch das gemeinsame Kulturerlebnis nicht zu kurz: Die Schülerinnen und Schüler präsentierten sich in angemessener Kleidung und verhielten sich vorbildlich. So bot der Abend der Jahrgangsstufe die Gelegenheit, außerhalb des Unterrichts zusammenzukommen und Theater als alternatives Abendprogramm zu erleben – eine bereichernde Abwechslung zum Deutschunterricht, die vielen sicherlich in guter Erinnerung bleiben wird.
Jasmin König
